Klassisches Pulled Pork

Es war einmal vor vielen, vielen Jahren…genau genommen muss es gegen Ende der 1970er gewesen sein, als ich mit meinen Eltern und Schwestern das Kutztown Folk Festival in Pennsylvania besuchte. Und wie es so meine Eigenart ist, erinnere ich mich in erster Linie an das dort angebotene Root-Beer (was mir damals natürlich verwehrt wurde) und diese dicken, mit saftigem Fleisch gefüllten Sandwiches aus denen der Bratensaft nur so troff. (Ich weiß übrigens nicht mehr, ob ich so mutig war und mir einen von diesen Monster-Sandwiches einverleibte. Ich denke aber eher nicht, denn sonst würde ich mich erinnern – ganz sicher.) Wahnsinn, den Anblick würde ich nie vergessen…dachte ich –  und tat es dann doch. Bis jetzt. Seit ich überall nur noch pulled pork lese und sehe, ist mir meine Erinnerung wieder sehr präsent und so wurde der Wunsch immer dringender nun doch endlich rein zu beißen, in dieses gewaltige Brötchen. Musste nur noch irgendwie das gerupfte Huhn…äh nein, Schwein her. Ich muss zugeben, dass es einiger Anläufe bedurfte, um das in meinen Augen perfekte pulled pork hinzubekommen. Aber hier ist sie nun also, meine wahr gewordene Kutztown-Folk-Festival-Erinnerung – dieses Mal echt zum Reinbeißen. Ich hätte es bereits vor…ach naja, eben damals machen sollen. (Das Kutztown-Folk-Festival gibt´s übrigens immer noch. Just in case….)

Hier geht´s zum Rezept:

Ok, wie immer ein paar Worte zu den Zutaten.

Wir brauchen auf jeden Fall Schwein – und davon eine ganze Menge. Genauer gesagt Schweinenacken am Stück (oder eben zwei Stück). Ihr könnt natürlich mehr oder weniger als im Rezept angegeben verwenden, solltet dann nur Garzeit und übrige Zutaten etwas anpassen. Allerdings kommt es hier auf exakte Mengen nicht so an. das Fleisch sollte ordentlich mit Gewürzen wie Paprika (auch gut: geräuchertes Paprikapulver wie Pimenton de la vera), Chili (je nach Geschmack), etwas braunen Zucker, Knoblauchpulver, Cayenne-Pfeffer, Pfeffer, Salz und noch Thymian und Oregano eingerieben werden. Dann erstmal über Nacht oder länger in den Kühlschrank damit. In den Ofen kommt es dann auf einem Bett von Zwiebeln und oben drauf habe ich noch ein paar Chilis in Adobo Sauce für den Extra-Kick gelegt. Die habe ich schon mehrfach erwähnt. Ihr bekommt sie (in Dosen) am besten online. Sie halten sich im Kühlschrank eigentlich für immer oder noch länger. Ihr könnt sie aber auch weglassen oder statt dessen andere eingelegte Peperoni o. ä. verwenden. Nehmt, was ihr mögt. Um das Fleisch dann, wenn es fertig ist, richtig zu würzen, habe ich eine Mischung aus Ketchup und HP-Sauce genommen. Ich hatte es vorher schon mal mit einer anderen Barbecue-Sauce versucht und es hat mir überhaupt nicht geschmeckt. Ihr solltet auf jeden Fall etwas verwenden, was ihr wirklich mögt. Mir gefällt die o. a. Kombination aktuell am besten.

Servieren könnt ihr das pulled pork ganz klassisch mit coleslaw im Brötchen, zu Reis oder was ihr euch sonst noch so vorstellen könnt.

Klassisches Pulled Pork

Die Zutaten

2-3 kg Schweinenacken

1-2 El brauner Zucker

1 El Chilipulver

2 El Paprikapulver, mild oder edelsüß oder wie das heißt… (s.o.)

1 Teel. Pfeffer, gemahlen

1 Teel. Cayenne-Pfeffer

1 El Salz

1 El Oregano

1 El Thymian

6 Zwiebeln

3-4 Chilis in Adobo (s. o.)

Ketchup

HP-Sauce

evtl. Brötchen etc. zum Servieren

So geht´s

Das Fleisch evtl. halbieren (das verkürzt die Garzeit) und etwas abtupfen.

Gewürze und Kräuter vermischen.  Das Fleisch damit rundherum einreiben und in Folie gewickelt über Nacht in den Kühlschrank legen.

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Am nächsten Tag Ofen auf 150°C vorheizen (Ober- und Unterhitze), dann die Zwiebeln schälen, vierteln und in eine ausreichend große Auflaufform verteilen.

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Das Fleisch darauf legen,…

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…die Adobo-Chilis grob hacken und darauf verteilen.

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Dann die ganze Form gut mit Alufolie abdecken und ab in den heißen Ofen (zweite Einschubleiste von unten). Jetzt etwa 5-7 Sunden garen lassen. Nach etwa 4 Stunden könnt ihr schon mal nachsehen, was sich in der Zwischenzeit getan hat. Das Fleisch sollte ganz leicht mit der Gabel „gezogen“ werden können – ohne jeden Widerstand. Sollte es sich noch etwas zieren, Alufolie drauf und nochmal ne Stunde in den Ofen.

Wenn es fertig ist, sieht das Ganze etwa so aus:

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Jetzt das Fleisch auf ein Brett geben und zerrupfen. Ich entferne dabei das Fett noch etwas.

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Wenn alles zerrupft ist, das Fleisch zurück zur Sauce geben und mit den Zwiebeln vermischen.

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Jetzt mit so viel Ketchup und HP-Sauce würzen bis es für euch passt. Ich würde mal mit etwa 100 ml Ketchup und 30 ml HP-Sauce anfangen.

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Noch salzen und pfeffern…

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…und gut vermischen.

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Abschmecken und evtl. nachwürzen.

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Und wie gewünscht servieren. (Reste lassen sich auch prima einfrieren.)

YUM! Das ist lecker! – Ich würde sagen, da haben wir mal so richtig Schwein gehabt! 🙂

Enjoy und bleibt trotzdem süß!

Hier die Druckversion:

Klassisches Pulled Pork

Zutaten

  • 2-3 kg Schweinenacken
  • 1-2 El brauner Zucker
  • 1 El Chilipulver
  • 2 El Paprikapulver, mild oder edelsüß oder wie das heißt… (s.o.)
  • 1 Teel. Pfeffer, gemahlen
  • 1 Teel. Cayenne-Pfeffer
  • 1 El Salz
  • 1 El Oregano
  • 1 El Thymian
  • 6 Zwiebeln
  • 3-4 Chilis in Adobo (s. o.)
  • Ketchup
  • HP-Sauce
  • evtl. Brötchen etc. zum Servieren

Anweisungen

  1. Das Fleisch evtl. halbieren (das verkürzt die Garzeit) und etwas abtupfen.
  2. Gewürze und Kräuter vermischen.  Das Fleisch damit rundherum einreiben und in Folie gewickelt über Nacht in den Kühlschrank legen.
  3. Am nächsten Tag Ofen auf 150°C vorheizen (Ober- und Unterhitze), dann die Zwiebeln schälen, vierteln und in eine ausreichend große Auflaufform verteilen.
  4. Das Fleisch darauf legen, die Adobo-Chilis grob hacken und darauf verteilen.
  5. Dann die ganze Form gut mit Alufolie abdecken und ab in den heißen Ofen (zweite Einschubleiste von unten). Jetzt etwa 5-7 Sunden garen lassen. Nach etwa 4 Stunden könnt ihr schon mal nachsehen, was sich in der Zwischenzeit getan hat. Das Fleisch sollte ganz leicht mit der Gabel „gezogen“ werden können – ohne jeden Widerstand. Sollte es sich noch etwas zieren, Alufolie drauf und nochmal ne Stunde in den Ofen.
  6. Jetzt das Fleisch auf ein Brett geben und zerrupfen. Ich entferne dabei das Fett noch etwas. Wenn alles zerrupft ist, das Fleisch zurück zur Sauce geben und mit den Zwiebeln vermischen.
  7. Jetzt mit so viel Ketchup und HP-Sauce würzen bis es für euch passt. Ich würde mal mit etwa 100 ml Ketchup und 30 ml HP-Sauce anfangen.
  8. Noch salzen und pfeffern und gut vermischen. Abschmecken und evtl. nachwürzen. Und wie gewünscht servieren. (Reste lassen sich auch prima einfrieren.)
  9. YUM! Das ist lecker! Enjoy und bleibt trotzdem süß!

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